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Der Landwehrverein Lage
(von Dr. Hans C. Jacobs) hans.jacobs@gmx.net

Am 11. September 1927 wird in Lage mit dem Bau des Kriegerdenkmals an der Eichenallee begonnen. Der Landwehrverein Lage hat lange dafür gearbeitet, Spenden gesammelt und sich um die Gestaltung des Denkmales gekümmert. Ein Mitglied des Vereins hat eine kupferne Kapsel angefertigt, in die unter anderem eine Chronik des Landwehrvereins gelegt wird und die in das Denkmal eingemauert wird. Generalleutnant a. D. Caesar, Präsident des Lippischen Kriegerbundes und Ehrenmitglied des Landwehrvereins Lage, sagt in seinem Grußwort: 
"Ja: Unser alter Herrgott lebt noch, der Gott, der "Eisen wachsen ließ und keine Knechte wollte." Und da unser grosser "Alliierter von Leuthen" noch lebt, glauben wir alten Soldaten unerschütterlich an Deutschlands neuen Frühling, an "unseres Volkes Auferstehn" - sofern wir ein einziges Volk werden, sofern wir allesamt in opferfreudigem Dienste an unserem lieben Vaterlande unsere Pflicht so tun, wie es mustergültig der Fall ist im vortrefflichen Landwehr Verein Lage i/Lippe unter der zielbewußten Leitung seines ausgezeichneten Vorstandes, und sofern wir uns stets erfüllen lassen von dem Geiste der auf dem Felde der Ehre gefallenen und für Deutschland gestorbenen Helden, deren Namen dieses Denkmal bis in späteste Zeiten lebendig halten soll. Ehre unseren lieben toten Kameraden und nie erlöschender Dank!" 
Von der Chronik, die uns dies überliefert, existiert eine mit zahlreichen Fotografien versehene Abschrift, die wichtige Informationen über den Landwehrverein in Lage enthält. 


Der Vorstand des Landwehrvereins Lage, 1927

Die ersten Jahre 
Die ersten Kriegervereine werden in Preußen bereits nach den Kriegen 1813/15 gegründet; ihre Mitglieder sind Veteranen der Befreiungskriege, denen der Verein ein ehrenvolles Begräbnis sichern soll.   Was ist nun der Unterschied zwischen einem "Krieger"- und einem "Landwehrverein"? In Kriegervereinen sind eher die unteren Schichten, in Landwehrvereinen dagegen die Angehörigen des Bürgertums vertreten. Das erklärt, warum es in Lippe in einigen Orten wie Detmold, Blomberg oder Hohenhausen zwei Kriegervereine gibt. Ende des 19. Jahrhunderts verschmelzen diese Unterschiede, und das Bürgertum übernimmt auch in Kriegervereinen Leitungsfunktionen.   Speziell für Lage finden wir keine Hinweise, die auf soziale Differenzen hindeuten; doch dazu werden wir weiter unten noch mehr hören. 
Im Jahr 1864 besteht Deutschland aus 39 selbständigen Staaten, die im "Deutschen Bund" nur lose zusammengefaßt sind. Dazu zählen neben den Stadtstaaten wie Hamburg und Kleinstaaten wie Lippe auch so große Staaten wir Bayern und Preußen. In Preußen ist Otto von Bismarck Ministerpräsident und arbeitet mit aller Kraft darauf hin, Deutschland (natürlich unter preußischer Vorherrschaft) zu vereinigen. Im Zuge dieses Prozesses führt er Preußen in drei Kriege: 1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870/71 gegen Frankreich. Bismarcks riskantes Spiel hat sich gelohnt, und am 18. Januar 1871 ist es soweit: Im Spiegelsaal von Versailles kommt es zu jener denkwürdigen Zeremonie, bei der der preußische König Wilhelm zum Deutschen Kaiser Wilhelm I. proklamiert wird. Die deutsche Nationalbegeisterung befindet sich auf ihrem Höhepunkt, Lippe ist nun auch ein Teil des jungen Deutschen Reiches, und die Nationalbegeisterung schlägt auch hier hohe Wogen. Die Defizite, wie z. B. die mangelnde Demokratisierung, werden in den Hintergrund gedrängt. 
Veteranen dieser drei Kriege gründen bereits ein Jahr später in Lippe eine ganze Reihe von Vereinen, die sich als "Kriegerverein" oder "Landwehrverein" bezeichnen. Auch in Lage ist die Begeisterung groß, und schon im Januar 1872 treffen sich 20 ehemalige Soldaten, um den Landwehrverein von Lage und damit einen der ersten Kriegervereine in Lippe zu gründen: 
"Der Landwehrverein Lage wurde von Kameraden, die an den siegreichen Feldzügen von 1866 und 1870/71 Anteil genommen hatten, am 31. Januar 1872 gegründet. Sein Zweck war, die Liebe und Treue zum Vaterlande bei seinen Mitgliedern zu pflegen, zu betätigen und zu stärken, sowie die Anhänglichkeit an die Kriegs- und Soldatenzeit im Sinne kameradschaftlicher Treue und nationaler Gesinnung aufrechtzuerhalten, die Feier vaterländischer Gedenktage, den verstorbenen Mitgliedern die letzte militärische Ehre zu erweisen und die hilfsbedürftigen Vereinsmitglieder zu unterstützen..." 
Die nach der Reichseinigung 1871 gegründeten Kriegervereine verfolgen über die Versorgungsfunktion hinaus zusätzlich nationalistische Ziele, was im Zeitalter des Nationalismus zu einem ständigen Wachstum der Mitgliederzahlen führt. Auch in Lage findet sich diese Nationalbegeisterung: "Liebe und Treue zum Vaterlande ... nationale(r) Gesinnung (und) .... die Feier vaterländischer Gedenktage" sind Ziele des Vereins. Dahinter steht ein recht undifferenziertes Nationalgefühl, das ursprünglich noch nicht parteipolitisch festgelegt ist. Als 1875 unter Beteiligung des Kaisers Wilhelm I. das Hermannsdenkmal, eines der großen Symbole des deutschen Nationalismus, eingeweiht wird, ist der Landwehrverein Lage mit einer Delegation von 24 Mitgliedern anwesend. 
Im April 1874 erfolgt der Beitritt zum Deutschen Kriegerbund, im Juni 1882 der Beitritt zum drei Jahre zuvor gegründeten Lippischen Kriegerbund und mit diesem 1899 der Beitritt zum Kyffhäuserbund, der reichsweiten Dachorganisation der Kriegervereine. In Lage finden 1883, 1884, 1905, 1911, 1913 1919, 1920, 1921, 1923 und 1928 Abgeordnetentage des Lippischen Kriegerbundes statt. 
Wer sind nun die Mitglieder des Landwehrvereins? Leider haben wir keine Mitgliederlisten oder ähnliches, aber bei der Betrachtung der Berufsbezeichnungen der Vorstandsmitglieder finden wir ausschließlich Angehörige bürgerlicher Berufe. Für einige andere Mitglieder, die langjährig an führender Stelle im Landwehrverein Lage tätig sind, können wir ebenfalls bürgerliche Berufsbezeichnungen nachweisen, so zum Beispiel Stadtrentmeister, Bahnhofswirt, Oberpostassistent oder Architekt. Die Vereinsvorsitzenden von 1872 bis 1934 sind: 
bis 1872 Ferdinand Oberstadt 
bis 1878 Julius Rahmlow (Kaufmann) 
bis 1880 Ferdinand Oberstadt 
bis 1884 Adolf Hanke (Baumeister) 
bis 1885 Julius Rahmlow (Fabrikant) 
bis 1888 Adolf Hanke (Baumeister) 
bis 1902 Julius Rahmlow (Fabrikant) 
bis 1920 Adolf Hanke (Baumeister) 
bis 1923 August Krügermeyer-Kalthoff (Inhaber Getreide- und Futtermittelhandlung) 
bis 1934 Carl Henneberg (Drogist) 
1934   Arthur Bachmann (Offizier a. D.) 
seit 1935 Ruhnke (Direktor) 
Gleiches gilt für den Lippischen Kriegerbund, in dessen Vorstandsposten wir Fabrikanten, Kaufleute, Stadtsekretäre, Gerichtsvollzieher etc. finden. 1913 zeichnet der Lippische Kriegerbund verdiente Mitglieder aus, dort finden sich bürgerliche Berufe wie Lehrer, Zigarrenfabrikant, Kaufmann, Magazinverwalter; Landwirte; Inhaber von Handwerksbetrieben und einige Angehörige der unteren Berufsgruppen wie Schuhmacher oder Ziegler. Diesen Informationen zufolge können wir davon ausgehen, daß sich sowohl beim Landwehrverein Lage als auch beim Lippischen Kriegerbund die Vorstandsmitglieder und prägenden Mitglieder aus den örtlichen Honoratioren rekrutieren und damit im wesentlichen bürgerlicher Herkunft sind. Darauf werden wir später noch einmal zurückkommen. 
Wir können vermuten, daß es unter Umständen in den ersten Jahren im Verein zu Konflikten gekommen ist, die sich zum einen in den recht häufigen Wechseln des Vereinsvorsitzes und zum anderen in dem Satz manifestieren: "Das Haupterfordernis eines Vereins, die Einigkeit unter den Mitgliedern zur Erreichung des gesteckten Zieles, hat bei unserem Verein nie gefehlt, wenn auch manchmal die Meinungen über die dahin führenden Wege auseinander gingen."  Woraus diese Konflikte bestehen, wissen wir nicht; erst nach dem Jahr 1888 kommt es zu einer stabilen und dauerhaften Vereinsführung. 
Der Landwehrverein hat im Laufe der Zeit eine ganze Reihe von Unterabteilungen gebildet, die sich sehr unterschiedlichen Zwecken widmen. Sie haben von ihrer Bezeichnung her militärischen Charakter, wenngleich sie nicht militärischen, sondern karitativen Zwecken dienen. Im Jahr 1874 wird eine Musikabteilung unter der Leitung des Dirigenten F. Wolff gegründet. 1881 gründet der Verein eine Bibliothek, die rasch wächst und von den Mitgliedern angeblich viel benutzt wird.  Lage ist im Jahr 1888 der erste Ort, in dem eine sogenannte "Fechtschule" gegründet wird, deren Hauptaufgabe wohl darin besteht, Spenden für die Krieger-Waisenhäuser zu sammeln. Andere lippische Orte folgen erst seit 1897 nach. Bei der Fechtschule handelt es sich aber nur um eine kleine Abteilung, die lange Jahre unter der Leitung von Caspar Frerk steht, der zwischen 0 und 3 Mitglieder angehören und die pro Jahr zwischen 13 und 45 Mark sammelt. 
1897 wird auf Anregung des Landwehrvereins in Lage eine Sanitätskolonne ins Leben gerufen, die aus Mitgliedern und Nichtmitgliedern besteht, vom zweiten Vorsitzenden Frerk geleitet und medizinisch von dem Arzt Dr. Reimer betreut wird. Doch bald erlahmt die Begeisterung für das Projekt, und die Sanitätskolonne schläft ein. 1899 beschließt der Landwehrverein zum zweiten Mal, eine Sanitätskolonne zu gründen, aufgrund der Erfahrung werden aber nur Vereinsmitglieder zugelassen. Die Leitung hat diesmal der Oberpostassistent Copei, der leitende Arzt ist wieder Dr. Reimer. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg finden wir immer wieder Anträge beim Lippischen Kriegerbund auf finanzielle Unterstützung der Sanitätskolonne in Höhe von 50 bzw. 100 Mark - viel Geld für die damalige Zeit. 

Nationalismus, Imperialismus und Militarismus
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden die Kriegervereine in Deutschland und in Lippe immer stärker politisch ausgerichtet. Neben die allgemeine patriotische tritt eine deutlich konservative, antisozialistische Ausrichtung. 1892 erläßt der lippische Fürst Woldemar eine Landesverordnung, die bestimmt, daß "Vereine ehemaliger Soldaten, welche 1. ihren verstorbenen Mitgliedern bei dem Begräbnis militairische Ehrenbezeugungen erweisen, 2. eine Fahne führen, 3. bei besonderen Anlässen und Festlichkeiten Waffen und Uniform tragen, auch das Vorrecht, bei militairischen Paraden sich aufstellen zu dürfen, erlangen wollen" vor einer Genehmigung der Vereinssatzungen vier Voraussetzungen erfüllen müssen: 
"Die Genehmigung der Satzungen wird nur dann ertheilt, wenn dieselben 
a. als Vereinszweck auch die Pflege, Bethätigung und Förderung der Liebe und Treue für Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland bezeichnen, 
b. die Erörterung politischer und religiöser Gegenstände ausschließen, 
c. es ermöglichen, Mitglieder auszustoßen, deren Verhalten mit dem Zweck des Vereins in Widerspruch tritt, insbesondere solche Mitglieder, welche der Anforderung patriotischer Gesinnung nicht entsprechen, 
d. den Beitritt des Vereins zum Lippischen Kriegerbunde zur Voraussetzung haben." 
Die Landesregierung zielt damit eindeutig gegen die Sozialisten sowie die Katholiken und weist den Kriegervereinen darüber hinaus eine staatstragende Funktion sowie eine antisozialistische Ausrichtung zu. Der 5. Jahresbericht des Lippischen Kriegerbundes aus dem Jahr 1902 fordert: 
"Unsere Kameraden ... dürfen aber, wenn sie unsere Mitglieder bleiben wollen, unter keinen Umständen einen Sozialdemokraten wählen, auch nicht in der Stichwahl! Der Kamerad, der nachgewiesenermaßen bei einer Reichstags- oder Landtagswahl einem Sozialdemokraten seine Stimme gegeben hat, muß aus seinem Vereine ausgeschlossen werden. ... (Hervorhebung im Original, H. J.) 
Unsere Kameraden müssen ferner aber auch den sozialdemokratisch geleiteten Gewerkschaften fernbleiben. Die Zugehörigkeit zu einer solchen ist auch dann mit der Mitgliedschaft in einem Kriegerverein unvereinbar, wenn der Betreffende nicht selbst Sozialdemokrat ist, da er durch die Zahlung der Gewerkschaftsbeiträge die Zwecke der Sozialdemokratie direkt oder indirekt unterstützt... 
Sodann können auch diejenigen nicht Mitglieder unserer Vereine sein, welche die bestehenden staatlichen Verhältnisse, auf denen das Deutsche Reich in großer Zeit aufgebaut worden ist, nicht anerkennen und diese ihre Gesinnung bei den Wahlen betätigen." 
Interessanterweise findet sich ein Jahr später in dem Jahresbericht wieder eine ähnliche Stellungnahme, in der darauf hingewiesen wird, daß jeder ehrliche Mann, der die Sozialdemokraten wählt, doch aus dem Verein ausscheiden soll, andernfalls würde er aus dem Verein ausgeschlossen.  Hinter dieser Drohung verbirgt sich wohl die Vermutung, daß es immer noch zahlreiche SPD-Wähler in den Kriegervereinen gibt, die man aufgrund des geheimen Wahlrechtes leider nicht ausfindig machen kann, denen man aber etwas Angst einflößen möchte. In kleinen Gemeinden wie Lage war Ende des 19. Jahrhunderts die Trennung zwischen bürgerlichem und Arbeitermilieu nicht so streng wie beispielsweise in den großen Städten. 
Beim Abgeordnetentag des Lippischen Kriegerbundes in Lage im Jahr 1911 äußert sich ein Abgeordneter aus Lemgo unter ausdrücklicher Zustimmung des Vorsitzenden deutlich gegen freie Turnerschaften. Er "ermahnte besonders den freien Turnerschaften entgegenzutreten. Unter dem Deckmantel der turnerischen Bestrebungen werde unsere Jugend systematisch der Sozialdemokratie in die Hände getrieben." 
Nun sind in dieser Zeit die Kriegervereine und speziell der Landwehrverein in Lage keine kleinen Lokalvereinigungen, sondern wichtige gesellschaftliche Institutionen mit ständig wachsenden Mitgliederzahlen, die von 7.000 Mitgliedern im Jahr 1898 auf über 10.500 Mitglieder vor dem Ersten Weltkrieg ansteigen. Das bedeutet, daß in Lippe fast jeder dritte Wahlberechtigte Mitglied in einem solchen Verein ist! In Lage beträgt der Mitgliederbestand Ende des Jahres 1912 324, was etwa einem Viertel der Wahlberechtigten (Männer) entspricht.  Und das läßt uns vermuten, daß erstens der Mitgliederbestand über das Bürgertum hinaus in die übrigen sozialen Schichten hineinreicht und daß zweitens die Honoratioren den Verein leiten und jeder, der in Lage etwas auf sich hält, Mitglied ist. Die Honoratioren geben nicht nur organisatorisch, sondern auch ideologisch die Richtung vor, und die übrigen Mitglieder orientieren sich daran. 
Zu dem beeindruckenden Mitgliederwachstum bemerkt die Chronik stolz: "Nachdem die Zahl der Mitglieder des Vereins derart gewachsen war, daß der Raum des ersten Vereinslokals nicht mehr genügte, bezog der Verein am 1. November 1891 den Gasthof zur Friedenseiche an der Ecke Gartenstraße - Bergstraße gelegen... Die Zahl der Mitglieder in unserer Vereinigung stieg von Jahr zu Jahr, sie zählte bei Beginn des Weltkrieges 332 Kameraden." 
Diese ständig wachsenden Zahlen mögen verdeutlichen, warum es für die lippische Regierung von so großer Bedeutung ist, sich der Unterstützung der Kriegervereine zu versichern. Zugleich ist seit 1898 der Fürst zur Lippe der Ehrenvorsitzende des Lippischen Kriegerbundes, so daß man von einer engen Interessengleichheit ausgehen kann: "die wichtigsten und die eigentlichen Aufgaben der Kriegervereinsbewegung in Gegenwart und Zukunft (ist) die Pflege der nationalen und monarchischen Gesinnung ..."  1913 erhält der Lippische Kriegerbund die Erlaubnis, sich "Fürstlich Lippischer Kriegerbund" zu nennen und in seinen Abzeichen und Siegeln das lippische Wappen zu führen. Noch 1925 ist der Fürst "Schutzherr" des lippischen Kriegerbundes. 
Es bleibt aber nicht nur bei einer nationalistischen und monarchistischen Stimmung, sondern auch die militaristische Machtpolitik des Deutschen Reiches wird unterstützt. Im Jahr 1905 wird bei dem Abgeordnetentag des Lippischen Kriegerbundes, der in Lage stattfindet, sehr ausführlich über eine Rede berichtet, die der Vorsitzende des deutschen Reichs-Kriegerbundes General von Spitz auf dem Höhepunkt der 1. Marokkokrise gehalten hat. In dieser Rede heißt es: "Nachdem Seine Excellenz ausgeführt hatte, daß die Bestrebungen, unsere Seemacht rascher und nach einem größeren Maßstabe als bisher auszugestalten, keinen wärmeren Freund hätten, als den deutschen Kriegerbund..." Weiter enthält diese Rede heftige Ausfälle gegen die Sozialdemokratie. Der Landwehrverein ist ein gutes Beispiel dafür, daß sich Nationalismus, Imperialismus und Militarismus nicht nur in der "großen Politik", sondern auch im Mikrokosmos Lage finden. 
Zur weiteren Entwicklung berichtet die Chronik: "Am 4. März 1906 wählte man den Gasthof Deutsches Haus (jetzt Technikum) als Vereinslokal. Während der Kriegszeit 1914 - 18, als alle Säle der Stadt mit Militär belegt waren, mußte die gedeckte Kegelbahn des Hotels Reichskrone am Sedanplatz Nr. 1 als Tagungslokal dienen. Am 4. Januar 1920 kehrte der Landwehrverein nach dem Gasthof zur Friedenseiche, Inhaber Kamerad Gustav Huneke, zurück, wo er auch jetzt noch seine Versammlungen abhält." 
Nicht nur die Politik spielt eine Rolle, sondern auch das einfache Vereinsleben: Jedes Jahr feiert der Landwehrverein "unter Beteiligung der Behörden der Stadt" sein Gründungsfest und veranstaltet "ein Sommerfest in unserm schönen Teutoburgerwalde", an dem viele Mitglieder teilnehmen. "Wer freute sich nicht, einmal die Sorgen des Tages für Stunden zu vergessen, um in Gottes schöner Natur unter fröhlichen Menschen das Herz zu erheben und die Seele neu zu stärken zum Daseinskampf. Uns Deutschen ist ja gerade der Wald seit altersher besonders vertraut, im Walde wohnen Freiheit und urwüchsige Kraft, im Walde gesundet Herz und Gemüt." Zudem findet einmal im Jahr ein Wettschießen statt. 
Daneben hat der Landwehrverein aber auch seinen ursprünglichen karitativen Zweck, nämlich das Sammeln für Unterstützungskassen, das Organisieren von Beerdigungen etc. nicht aufgegeben, sondern immer weiter fortgeführt. Er hat zahlreiche Unterabteilungen, die mehr oder weniger aktiv sind, aber dem Interessierten ein reiches Betätigungsfeld bieten. 
Steinbach rechnet die Kriegervereine zu den "Nationalen Kampfverbänden" und stellt sie damit in eine Reihe mit dem "Alldeutschen Verband", dem "Flottenverein" oder dem "Deutschen Kolonialverein". Die Ende des 19. Jahrhunderts aus dem geistigen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Strukturwandel resultierenden Krisenerfahrungen großer Teile des Bürgertums lassen dessen Prestigebedürfnis und nationale und soziale Identifikationsprobleme befriedigende, eng zusammenhängende Ausgleichsmechanismen wie Nationalismus, Imperialismus und Kolonialbegeisterung entstehen. Da die existierenden Parteien diese Bedürfnisse nicht befriedigen können, engagieren sich im Deutschen Kaiserreich die bürgerlichen Schichten, insbesondere das Bildungsbürgertum, in den außerparlamentarischen, nationalistischen Verbänden wie der Deutschen Kolonialgesellschaft, dem Alldeutschen Verband oder dem Deutschen Flottenverein, aber auch in den Kriegervereinen, die ihnen eine Bewältigung der soziopolitischen Krisenerfahrungen versprechen; zugleich ermöglicht die nationale Propaganda damit eine Machtstabilisierung der herrschenden Eliten. 
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts werden die Deutsche Kolonialgesellschaft (1888), der Deutsche Flottenverein (1898) und der "Alldeutsche Verband" (1891) gegründet, die durch die Verbindung von Nationalismus, Imperialismus und Militarismus gekennzeichnet sind. Hauptträger und Zielgruppe ist das Bürgertum, d. h. "die hohe Bürokratie, die mittleren Beamten (Lehrer usw.)".  Diese Organisationen werden auch als "nationale Kampfverbände" oder "Agitationsverbände" bezeichnet und können rasch wachsende Mitgliederzahlen vorweisen, die sich mit der damit verbundenen deutschen Imperialpolitik identifizieren. 
Es ist sicher kein Zufall, daß der bereits genannte Kyffhäuserbund, die reichsweite Dachorganisation der Kriegervereine, ebenfalls in dieser Zeit (1899) gegründet wird. Die Kriegervereine ähneln in ihrer Zielsetzung den genannten Verbänden, und sie agitieren als "Instrumente des Klassenkampfes von oben"  gegen die Gewerkschaften, gegen die SPD und wenn nötig auch gegen bürgerliche Parteien, wie beispielsweise das Zentrum bei der Reichtstagswahl 1906/07. 
All diese Faktoren vermögen zu erklären, warum ein großer Teil der (männlichen) Bevölkerung Mitglied im Landwehrverein Lage ist. Die Mischung von Popularität, Nationalismus und Geselligkeit macht die Besonderheit der Kriegervereine allgemein und des Landwehrvereins Lage speziell aus und spiegelt damit gleichzeitig den bürgerlichen Zeitgeist der Wilhelminischen Ära wider, wie ihn auch Heinrich Mann in seinem berühmten Buch "Der Untertan" beschreibt. 

Der Krieg und die Weimarer Zeit
Wie bereits erwähnt sind im Jahr 1914 332 Männer Mitglied des Landwehrvereins. Von diesen müssen insgesamt 156 - fast die Hälfte des Vereins - in den Krieg ziehen. Wie viele von ihnen den Tod finden, erwähnt unsere Chronik nicht. Typisch für die direkte Nachkriegszeit ist die folgende Passage: "Mit dem Kriege trat aber für den Verein eine traurige Zeit ein. Nur wenige alte Kameraden blieben daheim, bald stand unser Verein vor einem Trümmerfelde, und wir wußten nicht, wie wir uns darin einrichten sollten. Auch wir empfanden die Schwere unserer Tage, manche Monatssitzung mußte ausfallen, weil kein Stoff für Verhandlungen vorhanden war, und der schwerste Schlag traf den Verein als nach Rückkehr unserer Kameraden aus dem Felde, mancher treue Vereinskamerad unserer Vereinigung fern blieb, trotzdem wir den Rückkehrenden den herzlichsten Willkommensgruß entboten hatten."   Es scheint so, als ob diejenigen, die vorher noch das Hohelied von Kampf und Opfermut gesungen haben, davon im Krieg so viel erlebt haben, daß ihnen der Sinn danach vergangen ist. Not, Desillusionierung, Verlust der alten Werte usw. beschäftigen die Menschen nach dem schrecklichen verlorenen Krieg viel zu stark, als daß sie sich nahtlos in die alten Vereinsstrukturen wiedereinfinden können. Die Nation als das sinnstiftende Element, Kaiser, Militär, Weltmachtstreben und nicht zuletzt der Krieg, all dies hat in einer Katastrophe geendet. Die Ideale, für die auch der Landwehrverein gestanden hat und noch steht, haben sich als trügerisch erwiesen, was wiederum die Daheimgebliebenen nicht verstehen können. Die Chronik ist fast neun Jahre nach dem Ende des Krieges entstanden und noch immer spricht aus ihr die Enttäuschung über die Ablehnung durch die Heimkehrer. 
Diese Widersprüche treten auch in Lage zu Tage. Was kann ein Kriegsheimkehrer in Lage im Winter 1918 mit den folgenden Worten des Landwehrvereins anfangen? "Uns Kameraden des Landwehrvereins Lage umschlang allezeit ein gemeinsames Band, das ist die Kameradschaft, die in großer Zeit entstanden ist und unter tausend Mühen und Gefahren sich erprobt hat. Wer einmal den bunten Rock getragen und in diesem Ehrenkleide dem Feinde gegenüberstand, wer für das Vaterland stritt und blutete, seine Pulse schlagen höher, so oft er im Kreise der Kameraden die großen Zeiten im Geiste an sich vorüber ziehen läßt, wie es bei uns Gebrauch war." 
Erich Maria Remarque beschreibt in seinem Buch "Im Westen nicht Neues" eine ganz andere Wirklichkeit: "Unsere Gesichter sind verkrustet, unser Denken ist verwüstet, wir sind todmüde; - wenn der Angriff kommt, müssen manche mit den Fäusten geschlagen werden, damit sie erwachen und mitgehen; - die Augen sind entzündet, die Hände zerrissen, die Knie bluten, die Ellbogen sind zerschlagen. 
Vergehen Wochen - Monate - Jahre? Es sind nur Tage. Wir sehen die Zeit neben uns schwinden in den farblosen Gesichtern der Sterbenden, wir löffeln Nahrung in uns hinein, wir laufen, wir werfen, wir schießen, wir töten, wir liegen herum, wir sind schwach und stumpf, und nur das hält uns, daß noch Schwächere, noch Stumpfere, noch Hilflosere da sind, die mit aufgerissenen Augen uns ansehen als Götter, die manchmal dem Tode entrinnen können." 
Wie ist die Situation in Deutschland nach dem verlorenen Krieg? 1918 dankt Kaiser Wilhelm II. ab und geht ins niederländische Exil. Deutschland wird ein demokratisch regiertes Land, die sogenannte "Weimarer Koalition" aus SPD, Zentrum und DDP übernimmt die Regierungsgewalt, Sozialdemokraten werden Reichspräsident und Ministerpräsident. Die neue Regierung muß nun in die Friedensverhandlungen mit den Siegermächten eintreten und wird gezwungen, den Friedensvertrag von Versailles zu unterschreiben, in dem Deutschland schwerste Bedingungen auferlegt werden. Das national gesinnte Bürgertum, die Reichswehr und die extremen Kräfte auf der linken wie der rechten Seite stehen der jungen Demokratie sehr ablehnend gegenüber. Das ist zugleich die Geburtsstunde der "Dolchstoßlegende", die die Schuld für die Niederlage im Krieg nicht den damals Herrschenden (d. h. dem Kaiser und der militärischen Führung), sondern denjenigen zuschiebt, die nun an der Macht sind und den Neuaufbau versuchen (d. h. den Demokraten). Dabei wird ignoriert, wer den Krieg begonnen, geführt und verloren hat. Die Folge sind bürgerkriegsartige Unruhen, in deren Verlauf es zu bewaffneten Aufständen von rechts und links kommt und die auch an Lippe nicht vorübergehen. 
Unter diesen Umständen haben die nationalistischen und revisionistischen Kriegervereine erneut Zulauf, so auch der Landwehrverein in Lage: "Aber immer erneut haben wir diesen Kameraden die Freundeshand geboten, die Freude des Wiedersehens hervorgerufen, alle Pläne bekannt gegeben, die wir in den Jahren der Trennung machten, um tausendfältig zu vergelten, was sie im mörderischen Feuer und durch Erschöpfung und Hunger ertragen mußten. Solche Erinnerungen sind nicht ohne Wirkung geblieben, nach und nach traten die älteren Kameraden wieder in unsere Reihen, die jüngeren Kameraden schlossen sich an und heute (1927, H. J.) bei der Grundsteinlegung des Ehrendenkmals zählt unser Verein wieder 399 Mitglieder."   Das bedeutet, daß die Mitgliederzahl 1927 schon weit über der vor dem Ersten Weltkrieg liegt und daß sich der Revisionismus auch in Lage etabliert hat. 
Für die 30er Jahre erfahren wir etwas über die Alters- und Sozialstruktur des Landwehrvereins Lage; der Altersschnitt liegrt deutlich bei den älteren Jahrgängen. 1939 werden für 40jährige Mitgliedschaft Ehrungen ausgesprochen an zwei Fabrikanten, einen Bäckermeister, zwei Buchhalter, einen Eisenbahn- und einen Steuerbeamten, einen Pol.-Meister, zwei Landwirte, einen Hutmacher und einen Bäcker. Die Dominanz bürgerlicher Schichten ist auch für diesen Zeitraum ganz offensichtlich. 
Nach dem Krieg treten die einzelnen lippischen Kriegervereine nur sehr zögernd wieder in den Lippischen Kriegerbund ein; so liegen bezeichnenderweise auch erst ab 1924 Zahlen vor. Mitte der 20er Jahre hat sich der Mitgliederbestand dann bei etwas über 10.000 Mitgliedern auf dem Vorkriegsniveau stabilisiert (s. o.). 
Der Landwehrverein Lage feiert alljährlich sein Stiftungsfest zum Gedenken an die Gründung des Vereins, zu dem ein Festumzug ebenso gehört wie diverse Ansprachen, Ehrungen, Tanz und eine Sammlung für die Kriegswaisen; für das Jahr 1930 ist uns die Route des Fackelzuges überliefert.  Die Spitzen der Stadt wie Bürgermeister, Stadtrat, Stadtverordnetenvorsteher etc. sind stets anwesend. Dieses Stiftungsfest und speziell der Fackelzug wird einige Jahre später dem Landwehrverein zum Verhängnis werden. Die monatlich stattfindenden Versammlungen sind mit 50 bis 60 Besuchern gut besucht.   Für die Jahre 1930 bis 1933 sind Zahlen über die Unterstützungsleistungen des Vereins überliefert: Sie machen in diesen Jahren etwa ein Viertel bis ein Fünftel der Gesamtausgaben aus, der Rest wird für andere Zwecke verwandt. 
Die Belastungen durch den Versailler Vertrag, denen Deutschland nach dem verlorenen Krieg zustimmen mußte, und die Besetzung des Rheinlandes durch französisches Militär finden ihren Widerhall auch in unserer Chronik (aus dem Jahr 1927): "Über 9 Jahre sind vergangen, seitdem der große Krieg sein Ende fand. Besetzt durch fremde Truppen sind noch immer große Teile unseres deutschen Vaterlandes, und noch wenig spüren wir die Segnungen des Friedens. Wie im Felde der Streit mit den Waffen, tobt heute noch im Innern des Vaterlandes der wirtschaftliche Krieg um unser letztes Hab und Gut, denn die Habsucht unserer Feinde kennt keine Grenzen. Auf uns allen lastet schwer der Druck, unter dem unser Vaterland noch seufzt und leidet." 
Kassenwart Paul Büngener spricht bei der Generalversammlung des Landwehrvereins im Jahr 1930 von der "Kriegsschuldlüge ... (und dem) Haßdiktat von Versailles ... (die) allgemeine Volksnot, Elend und Sorge an den Grenzen unseres Vaterlandes hervorgerufen" haben. Damit befindet er sich im Einklang mit den konservativen Strömungen seiner Zeit. Für uns heute etwas schwer verständlich, aber dem damaligen Selbstverständnis entsprechend ist Büngeners Aussage "Die Kriegervereine werden sich niemals einmischen in den Kampf der politischen Parteien" . Drei Jahre später (noch vor der Machtergreifung) sagt er: "Mit zäher begeisterungsvoller Hingabe ist der gemeinsame Kampf der im deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser geeinten Kriegervereine geführt worden gegen Kriegsschuldlüge und Koloniallüge, gegen Kulturbolschewismus und Verleumdung." 
Der Landwehrverein hat seine alten Ideale bezüglich Nationalismus und Militarismus beibehalten: "Hier auf Erden wird es nur einen Frieden geben, das ist der Frieden der Seele. Jener Frieden, der höher ist als alle Vernunft, aber auch dieser Frieden wird nur gewonnen durch ehrlichen Kampf. Der äußere Friede, der durch die Völker heute angebahnt werden soll, wird unausführbar bleiben, denn die Weltordnung ist auf Kampf gegründet, und der Kampf und nicht der Friede wird der Normalzustand auf Erden bleiben, bis sie ihre Bahn im Weltall vollendet hat."  Aber - und das ist wichtig: Die Zeiten haben sich geändert. Vor dem Ersten Weltkrieg war der Landwehrverein in jeder Hinsicht staatsbejahend und staatstragend. Wenn er dagegen im Jahr 1927 noch von Idealen wie Militarismus, Nationalismus etc. schwärmt, so entwickelt er sich zu einer eher staatsfernen Institution. Doch findet er mit diesen Gedanken in Lage reichen Anklang, wie die Mitgliederzahlen belegen. 

Das Denkmal
Kriegerdenkmäler sind Orte des privaten und des öffentlichen Gedenkens: Für die Angehörigen und Freunde der Opfer ist das Denkmal ein Ort der Trauer; zugleich haben sie aber auch einen politischen Aspekt, da mit dem Gedenken an einen Krieg auch immer seine politischen Implikationen verbunden sind. Beides finden wir im Zusammenhang mit dem Denkmal in Lage wieder. 
Bereits im Jahr 1888 hat der Landwehrverein das erste Mal ein Denkmal für gefallene Soldaten eingeweiht. Es handelt sich um ein Gitter um die Friedenseiche, auf der die Namen der im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus der Kirchengemeinde Lage angebracht wurden.  Bis zur Jahrhundertwende sammelt der Landwehrverein für das Kyffhäuserdenkmal, das zentrale Denkmal der Deutschen Kriegervereine.  Beim Abgeordnetentag des lippischen Kriegerbundes im Jahr 1907 fordert der Abgesandte des Landwehrvereins Tasche, daß der Lippische Kriegerbund und die angeschlossenen Kriegervereine sich an den Kosten für das Völkerschlachtdenkmal bei Leipzig beteiligen möchten. Es hat in Lage also Tradition, sich mit Kriegerdenkmälern zu beschäftigen und an deren Errichtung mitzuwirken. 
Das Vereinsvermögen in Höhe von etwa 9.000 Mark wird während des Krieges an notleidende Mitglieder und deren Familien gestiftet, so daß nun erst einmal das Geld für ein solches Denkmal gesammelt werden muß. Andere Kriegervereine sind bei weitem nicht so karitativ und heben ihr Geld lieber für den zukünftigen Bau von Kriegerdenkmälern auf.  Wie bereits erwähnt, dienen Anfang der 30er Jahre noch etwa ein Viertel bis ein Fünftel der Ausgaben des Landwehrvereins karitativen Zwecken. 
Bald nach dem Ende des Ersten Weltkrieg entsteht in Lage wieder der Gedanke, den Gefallenen dieses Krieges ein Denkmal zu errichten. In der Chronik heißt es: "Aber leuchtender als diese Kameradschaft ist uns das Andenken an die Kameraden unseres Vereins, die in beispielloser Selbstverleugnung ihre Liebe zum Vaterland mit dem Heldentode besiegelten. In Erinnerung dessen faßte der Landwehrverein Lage schon vor Jahren den Beschluß, diesen toten Kameraden als Ausdruck unserer unauslöschlichen Dankbarkeit ein Denkmal zu errichten, zum dauernden Gedächtnis und zur Nacheiferung für spätere Geschlechter." 
Erst 1924 setzt sich der Landwehrverein mit der Stadtverwaltung in Verbindung. Doch der Bau der Turnhalle an der Eichenallee und die Restaurierung der reformierten Kirche lassen der Stadt wenig Spielraum für finanzielles Engagement. Der Landwehrverein gründet einen Ausschuß, dem die Mitglieder Graf, Messmann, Ridder, Sprick und Richts angehören. Insbesondere der damalige Oberbausekretär, später zum Stadtbaumeister avancierte Heinrich Graf war an dem Zustandekommen der Entwürfe maßgeblich beteiligt. 1925 legt eine Kommission, der seitens des Landwehrvereins der damalige Vorsitzende Carl Henneberg angehört, gemeinsam mit dem Magistrat die äußere Gestalt und den Ort für das Denkmal fest. Das Denkmal soll an dem alten Friedhof an der Eichenallee gebaut werden, da man der Ansicht ist, "daß das Denkmal, welches ein Ort stiller Sammlung sein soll, dem lauten Lärm des Lebens entzogen werden mußte." 
Nun muß nur noch das Geld aufgebracht werden. Voller Elan stürzt sich der Landwehrverein in diese Aufgabe und veranstaltet am 3. März und 17. Juli 1926 zwei Militärkonzerte zu Gunsten des Denkmalbaus, die fast 1.000 Mark einbringen. Am Totensonntag, dem 21. November 1926 gibt es einen Lichtbildervortrag mit dem Thema "Sei getreu bis in den Tod", an den sich musikalische Darbietungen anschließen und der einen Erlös von 132 Mark erbringt. Durch ein Preisschießen des Vereins am 14. August des nächsten Jahres kommen 185 Mark zusammen. Hinzu kommen Spenden von Vereinsmitgliedern in Höhe von 87,50 Mark. Einschließlich der Zinsen kann der Landwehrverein bis zur Grundsteinlegung einen Gesamtbetrag von 1.414,90 Mark vorweisen. Am 16. November findet "unter dem Protektorat des Magistrats der Stadt Lage" in der Turnhalle ein Konzert des Orchestervereins zugunsten des Denkmals statt.  Der Vorsitzende des Orchestervereins Heinrich Hoffmann hält eine "zum Teil dichterisch und melodramatisch ausgestattete Gedächtnisrede, die in stimmungsvollen Bildern das Erlebnis des großen Krieges wieder lebendig werden ließ." 
Am 11. September 1927 kann die Grundsteinlegung des Denkmals erfolgen. Eine kupferne Kapsel, die der Kupferschmied Wolff angefertigt hat, wird mit Aufzeichnungen, Erinnerungsgegenständen und einer Vereinschronik eingebracht.  Am Totensonntag, dem 20. November des gleichen Jahres wird das Denkmal "enthüllt und geweiht". 
Von welchem Geist der Landwehrverein beseelt ist, mögen das Schlußwort dieser Chronik und ein Grußwort verdeutlichen: "Wenn dann die Kapsel am kommenden Sonntag im Grundstein des Denkmals versenkt wird, wollen wir alten Soldaten das Ereignis dankbar begrüßen, in Ehrfurcht und heißer Liebe aber auch uns neigen vor der Heldengröße unserer gefallenen Brüder, die ihr Herzblut hingaben mit dem Bekenntnis auf den Lippen: 'Deutschland soll leben, wenn wir auch sterben müssen!' ... Euch Kameraden, die Ihr Euer Leben auf dem Notaltar des Vaterlandes opfertet, bezeugen wir unsere heiße Dankbarkeit und Liebe mit diesem Stein. Dies Ehrenmal soll uns und kommenden Geschlechtern in schwerer Zeit Wecker des Glaubens an Deutschlands Zukunft sein. Es soll uns Mahner sein, in Einigkeit und Treue auf den Trümmern unseres Vaterlandes die Fahne deutschen Lebenswillens aufzupflanzen." 
Die Inschrift des Denkmals lautet: "Den im Weltkriege gefallenen Söhnen der Stadt Lage". Auf der Rückseite findet sich die lange Liste der im Ersten Weltkrieg Getöteten mit der Überschrift: "Es starben den Heldentod für das Vaterland". Und an den Seiten sind die folgenden mahnenden Sätze: "Vergiß die treuen Toten nicht" und "Klaget nicht - schafft!" zu lesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-45) wird die Inschrift: "Und den Opfern des Weltkrieges" angebracht.
Wie können wir dieses Denkmal nun interpretieren? Zunächst müssen wir feststellen, daß es relativ spät errichtet wird; in Deutschland entstehen die ersten Denkmäler bereits direkt nach dem Krieg. In Lage dagegen kommt es innerhalb des Landwehrvereins zu Auseinandersetzungen mit den heimkehrenden Soldaten und zu einer allgemeinen Verunsicherung. Erst nach einigen Jahren steigen die Mitgliederzahlen an, die Narben verheilen, und nun erst sehen sich die Verantwortlichen in der Lage, die Initiative für solch ein Denkmal zu ergreifen. Die abseitige Lage des Denkmals - zudem auf einem alten Friedhof - deutet darauf hin, daß der Aspekt der Trauer gegenüber der politischen Aussage überwiegt. Es gibt den Angehörigen einen stillen Raum für ihre Trauer und versucht, den Gefallenen eine angemessene Ehre zu erweisen. Die äußere Form des Denkmales ist ausgesprochen schlicht und mit neoklassizistischen Stilelementen versehen. Auch in den Inschriften steht die Trauer über die Toten im Vordergrund. Im Gegensatz dazu gibt es in anderen Orten eine ganze Reihe von Denkmälern, die an einem sehr viel zentraleren Punkt stehen und deren Inschriften mit konkreten nationalistischen Aussagen versuchen, dem Heldentod eine Perspektive für die Lebenden abzugewinnen. 
Das Denkmal scheint in einem gewissen Gegensatz zu den Äußerungen der Chronik zu stehen, die konkreter, nationalistischer und militaristischer klingen. Es ist zu vermuten, daß es verschiedene "Fraktionen" gibt. Der Autor der Chronik (vermutlich Carl Henneberg) gehört zu einer eher wortstarken, nationalistischen Fraktion, der noch nach neun Jahren die Trauer über die mangelnde Zuversicht der Kriegsteilnehmer anzumerken ist und die noch ganz in der alten monarchistischen Tradition des Landwehrvereins steht. Das Denkmal dagegen ist in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung und nach Überlegungen in verschiedenen Kommissionen entstanden, so daß hier ein breiterer gesellschaftlicher Konsens vorliegt, der eher gemäßigt einzuschätzen ist. 
Das Kriegerdenkmal in Lage ist ein typisches Element des gemäßigten bürgerlichen Nationalismus der Weimarer Republik. Der Landwehrverein Lage ist und bleibt ein Teil des bürgerlichen, nationalistischen Lagers und damit eines der Mosaiksteinchen, die durch ihre Ablehnung der Weimarer Demokratie zu deren Ende beigetragen haben. 
Die Geschichte der Kriegerdenkmäler in Lage ist damit noch nicht zu Ende: Beim Stiftungsfest 1931 wird dem Landwehrverein eine Tafel übergeben, auf der die Namen der Vereinsmitglieder stehen, die am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben bzw. die in diesem gefallen sind. Die vom Vorsitzenden Henneberg bei dieser Gelegenheit gehaltene Rede enthält den damals so typischen kriegsverherrlichenden Pathos: "Aber künden soll die Tafel dereinst unsern Kindern, dass ihre Väter dabeiwaren, als es galt, die Welt der Feinde von der Heimaterde fernzuhalten und als die einmütige deutsche Front stand vier lange Jahre hindurch, bis dann am bitteren Ende der feige Hunger uns den Preis des Sieges raubte."  Der letzte Satz kann sicherlich als Hinweis auf die oben beschriebene "Dolchstoßlegende" verstanden werden. 

Der Weg ins Dritte Reich
In der NS-Zeit unterliegt auch der Landwehrverein dem Zwang zur Neustrukturierung der Vereine im Zuge der "Gleichschaltung". Am 5. Juni 1933 unterschreibt der Vorstand des Vereins eine Verpflichtungserklärung mit folgendem Wortlaut: Wir verpflichten uns "hiermit ausdrücklich zu unbedingter Gefolgschaft gegenüber dem Präsidenten des Lippischen Kriegerbundes. Wir verpflichten uns ferner ausdrücklich, unseren Verein absolut rein zu halten von Mitgliedern, die marxistischem Geiste huldigen oder die nicht unbedingt zuverlässig auf nationalem Boden stehen. Wir verpflichten uns endlich ausdrücklich, den Kampf für Ehre, Freiheit und Grösse des Vaterlandes zu führen in enger Verbindung mit der jungen nationalsozialistischen Freiheitsbewegung und unter Führung unseres Herrn Reichkanzler Adolf Hitler." Der NS-Ideologie entsprechend hält nun das Führerprinzip Einzug in den Landwehrverein. Der bisherige Vorsitzende Carl Henneberg wird vom Führer des Landeskriegerverbandes (ehemals Lippischer Kriegerbund) zum Führer des Landwehrvereins Lage ernannt. Er selber beruft nun die Mitglieder für einen Beirat, der den bisherigen (gewählten) Vorstand ablöst. 
In seiner Rede zum Stiftungsfest 1934 singt Carl Henneberg dennoch kein Hohelied auf die NS-Herrschaft; vielmehr erwähnt er sie eher am Rande und interpretiert sie auf seine eigene konservative Art und Weise "als nationale Revolution auf dem Boden deutscher Tradition... Der Tag von Potsdam sah den greisen Generalfeldmarschall (Hindenburg, H. J.) am Grabe Friedrichs des Grossen und der junge Kanzler gelobte feierlich, die grosse Tradition unseres Volkes, seine Geschichte und seine Kultur in demütiger Ehrfurcht zu pflegen." Nicht das Neue, sondern die Traditionen und die Bewahrung des Alten sind für ihn hervorhebenswert. 
1934 kommt es zum Eklat: Der Landwehrverein feiert am 27. Januar sein Stiftungsfest, wie jedes Jahr am letzten Samstag im Januar zum Gedenken an die Vereinsgründung. Dabei veranstaltet der Verein - wie jedes Jahr - einen Fackelumzug. Leider hat niemand daran gedacht, daß dieser Tag zugleich "Kaisers Geburtstag" ist. In der Lippischen Staatszeitung erscheint daraufhin ein paar Tage später ein kurzer Bericht mit dem Titel "Reaktionäre oder Dumme?", in dem genau diese Gleichzeitigkeit dem Verein zum Vorwurf gemacht wird. In der Folge entwickelt sich eine rasch eskalierende Auseinandersetzung, die an dieser Stelle nicht in allen Einzelheiten nachvollzogen werden kann. Der Landwehrverein erhofft sich Rückendeckung von oben und schaltet den "Führer" des Landeskriegerverbandes Caesar ein, der sich aber auf die Seite der Staatszeitung schlägt. Auch dieser Konflikt eskaliert: Vermittlungsversuche scheitern, die Zeitung macht zwar einen Rückzieher, Henneberg sieht sich dennoch zum Rücktritt genötigt, und aus Solidarität mit ihm scheiden der langjährige Kassierer Paul Büngener und sein zweiter Stellvertreter Wilhelm Gerbes aus dem Vorstand aus. Die Ortsgruppe Lage der Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener erklärt sich ebenso mit dem Landwehrverein solidarisch wie der Artillerie- und Kavallerieverein Lage. Der Landwehrverein steht weiter zu Henneberg, und nimmt die Herausforderung an. Schließlich kommt es zu einem Ultimatum Caesars, das der Landwehrverein in einer außerordentlichen und mit 222 Mitgliedern ausgesprochen gut besuchten Mitgliederversammlung einstimmig zurückweist. Daraufhin schließt Caesar nun seinerseits den Verein aus dem Landeskriegerverband aus. Die Lippische Landesregierung bestellt den neuen Vorsitzenden Arthur Bachmann zum Rapport nach Detmold, und um die Auflösung des Vereins zu vermeiden, erklärt Bachmann den Verzicht des Landwehrvereins auf jegliche Aktivitäten (mit Ausnahme von Beerdigungen) bis zum Beginn des folgenden Jahres. Am 10. Juni 1934 wird das Ergebnis den Mitgliedern bekanntgegeben. 
Diese Auseinandersetzung bedarf einer Erläuterung. Es ist nur der offizielle Briefwechsel erhalten, der die Motive der Handelnden hinter der vordergründigen Auseinandersetzung kaum erahnen läßt, so daß wir auf Vermutungen und Rückschlüsse angewiesen sind. 
In einem nicht datierten Protokoll einer Mitgliederversammlung des Landwehrvereins findet sich der Satz, daß "Caesar einen anderen Weg hätte finden müssen, die Person Henneberg von seinem Posten zu entfernen, wenn H. für die N.S.D.A.P nicht tragbar war." 
Im Januar 1935 kommt es zu einer Auseinandersetzung Hennebergs mit der NSDAP bzw. zwei jungen Parteimitgliedern namens Ostmann und Garnjost, bei der es um die Denunziation eines mitgehörten und wohl falsch verstandenen Gesprächs geht und die erst vor dem Kreisleiter Wedderwille beigelegt werden kann. In einem nachträglichen Schreiben an Wedderwille, in dem sich Henneberg über die Umgangsformen der jungen Parteimitglieder beklagt, schreibt er "Ich verlange nicht von Herrn Ostmann als politisch zuverlässig in seinem Sinne angesehen zu werden". 
Offenbar stehen der Landwehrverein allgemein und Carl Henneberg besonders im Verdacht der politischen Unzuverlässigkeit. Als Hinweis mag ein Artikel aus dem sozialdemokratischen "Volksblatt" vom 25 Juni 1930 dienen, in dem wir die Nachricht finden, daß beim Bezirkstreffen der Arbeiter-Turner in Lage Henneberg und zwei weitere Bürger provokativ die schwarz-weiß-rote Fahne des erloschenen Kaiserreiches aushängen und damit die Arbeiter provozieren. 
Henneberg steht als Konservativer und Traditionalist den "neuen" Nationalsozialisten kritisch gegenüber und lehnt deren Revolution ab. So mögen sich der Anlaß für den Vorwurf, Kaisers Geburtstag mit einem Fackelzug begangen zu haben, und die Bezeichnung "Reaktionäre" in der Staatszeitung erklären. Wir müssen unterscheiden zwischen Konservativen und Monarchisten auf der einen und Nationalsozialisten auf der anderen Seite, wenn uns heute auch vieles bei den Aussagen und in der Wortwahl ähnlich erscheinen mag. Ein "echter Konservativer" steht Hitler reserviert bis ablehnend gegenüber, ja im Verlauf des Dritten Reiches gibt es konservativen Widerstand von rechts gegen Hitler. Soweit gehen Henneberg und seine Mitstreiter beim Landwehrverein nicht, aber sie bleiben ihren konservativen und monarchistischen Idealen auch nach dem erneuten Machtwechsel 1933 treu. Mit ihrer Distanz zur Weimarer Demokratie haben sie deren Zusammenbruch und der Machtergreifung der Nationalsozialisten Vorschub geleistet, was sie aber nicht vor der „Gleichschaltung“ schützt. 
Es gibt Indizien, die dafür sprechen, daß auch Caesar seinerseits unter Druck steht und sich auf seinem Posten behaupten muß. Die Partei besteht beispielsweise darauf, daß er den Führer des Kriegervereins Billerbeck Friedrich Wendt ablöst, der auf kirchenpolitischem Feld unangenehm aufgefallen ist, und auch bei einem anderen Kriegerverein gibt es Anschuldigungen seitens der Partei, denen Caesar vorsichtig entgegenzutreten versucht.  Hinzu kommt, daß Caesars Sohn ebenfalls im Januar/Februar des gleichen Jahres in eine Affäre mit der Staatszeitung verwickelt ist, in deren Verlauf es zu Anschuldigungen und zu dessen zeitweisem Ausschluß aus der SS und seiner beruflichen Position kommt. Formulierungen in den SS-Akten wie "mit Rücksicht auf seinen alten Vater" zeigen, daß auch Caesar darin involviert ist.  Caesar kann es sich nicht leisten, gleichzeitig zwei Auseinandersetzungen mit der Staatszeitung zu führen und schlägt sich daher im Konflikt Staatszeitung/Landwehrverein auf die Seite der Zeitung. Im Sommer/Herbst 1934 verliert Caesar dennoch seinen Posten und wird durch den langjährigen Detmolder NSDAP-Stadtverordneten Major a. D. Hans von Donop abgelöst. Ende des Jahres 1934 haben die Nationalsozialisten die lippischen Kriegervereine endgültig gleichgeschaltet. 
Von Donop ist nun befugt, sich mit dem Landwehrverein Lage auszusöhnen, und so kommt es Anfang des Jahres 1935 zur Rehabilitierung: Am 25. Februar findet ein "Generalappell" statt, an dem von Donop und der stellvertretende Staatsminister Wedderwille teilnehmen. Bachmann und der Rest des Vorstandes haben ihre Ämter niedergelegt, neuer Vereinsführer wird Direktor Ruhnke, der den Verein bis zu seinem Ende leiten wird. Bis 1940 finden im Januar alljährlich Generalappelle statt, an denen Carl Henneberg teilnimmt, und bis 1939 wird gemeinsam mit dem Artillerie- und Kavalerieverein das "Fest der alten Soldaten" gefeiert. In den dabei gehaltenen Vorträgen ist Ruhnke politisch sehr zurückhaltend, lediglich bei der Rede zur Rehabilitierung 1935 preist er die Vorzüge der NS-Regierung auf militärpolitischem Feld.   Der Lippische Kriegerbund wird 1938 in den Reichskriegerbund eingegliedert, 1943 endgültig aufgelöst und nach dem Zweiten Weltkrieg neugegründet. Die einzelnen "Kameradschaften" (= Kriegervereine) bleiben erhalten. Damit endet zugleich auch die Geschichte des Landwehrvereins Lage, der nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder gegründet wird. 

Zusammenfassung
Der Landwehrverein Lage wird unter dem Eindruck des militärischen Sieges von 1870/71 gegründet. Dominiert vom Bürgertum verfügt er über eine große und sozial breit gestreute Mitgliedschaft. Während seiner ganzen Geschichte stehen neben der Versorgung eine deutliche politische Ausrichtung und das Streben nach Geselligkeit im Mittelpunkt seiner Tätigkeit. Aus der erfolgreichen Mischung dieser Faktoren resultiert seine Stabilität, aufgrund der er zwei gravierende politische Systemwechsel kurz hintereinander überlebt, ja dabei sogar noch eine erhebliche Konfliktfähigkeit beweist: Im Kaiserreich ist der Landwehrverein monarchistisch, antisozialistisch und militaristisch orientiert und damit ein wichtiges staatstragendes Element. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg behält er seine Ausrichtung bei und spielt in der Weimarer Demokratie eine eher staatsferne Rolle. Auch im Dritten Reich verweigert er sich dem Wandel und gerät so in Konflikt mit der neuen Regierung, bis er durch die Nationalsozialisten gleichgeschaltet wird.